Wertstoffaktionen 2015

 

wertstoff

über das Glück und Unglück des Sammelns

nennt der Münchner Künstler Markus Heinsdorff eine Reihe von Kunstaktionen, die den Untertitel „Über das Glück und Unglück des Sammelns“ tragen. Dabei geht es dem Künstler um folgende Fragen: Wie gehen wir mit den Dingen um, die uns umgeben? Wenn sie kaputt sind, reparieren wir sie, heben wir sie auf, entsorgen wir sie, recyceln wir? Welche Dinge sind uns besonders wichtig und wie stellen wir uns die Welt in der Zukunft vor?

 

 

Aktionen

Kunst-Insel am Lenbachplatz 

Großplakat, Mai bis Ende Juli 2015
Die Reihe startet mit Kunst im öffentlichen Raum, dem 5 x 5 Meter großen Bild „wertstoff“ auf der Kunstinsel am Lenbachplatz. Das mehrfach belichtete Foto zeigt entsorgte Dinge in Containern. Zu sehen ist es vom 22. 

 

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Wildes Plakatieren – Portraits

7 Sammler Portraits, Juni – Juli 2015
Portraits von extrem Sammlern – stadtweite Plakataktion in München
Portraits und die jeweils persönliche Geschichte von sieben „extrem Sammlern“ (sogenannten Messies), die sechs Wochen lang mit mit 500 Plakaten an 200 Standorten in A0 und in A1 Grösse im Stadtraum München aufgestellt sind. Erstmals wurden dabei unter dem Aktionstitel „wildes Plakatieren“ Stellwände von politischer Wahlen für Kunst eingesetzt. Die Portraits sind Teil der Projektreihe „wertstoff“, die sich mit der Fragestellung – „über den Umgang mit den Dingen, von Recycling über Reparatur bis zu der Gestaltung der Zukunft“ – beschäftigt.

 

Voträge Wertstoff

14 Referenten aus Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft beleuchten das Thema „wertstoff“ mit Fachvorträgen.  Die Veranstaltung findet am 1. und 2. Juli 2015, jeweils um 19 Uhr am Oskar-von-Miller-Ring 25 statt

1. und 2. Juli 2015

Veranstaltung im
Oskar von Miller Forum

1. Juli
Moderation: Rasmus Kleine – Museumsleiter, Kallmann-Museum

  • Markus Heinsdorff – Künstler
    wertstoff – Über das Glück und Unglück des Sammelns
  • Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl – Physiker, Direktor Deutsches Museum
    „Die Kultur der Reparatur“
  • Dr. Gottfried Knapp – Feuilletonist, Süddeutsche Zeitung
    Wahrzeichen in Gefahr?
  • Axel Markwardt – Kommunalreferent, LHM
    Abfallwirtschaft
  • Prof. Dr. Cordt Zollfrank – Chemiker, TUM
    Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft
  • Prof. Gabriela von Habsburg – Künstlerin
    Sammelleidenschaft hat jeder, mancher sammelt die Ordnung.
  • Wedigo von Wedel – Pädagoge, H-TEAM e.V.
    Sammeln als Flucht vor sich selbst

2. Juli
Moderation: Dr. Christoph Rapp

  • Heidy Forster – Schauspielerin, Kammerspiele München
    liest aus dem Buch „DIE DINGE“ von Donata Elschenbroich
  • Dr. Christoph Rapp – Ingenieur, Verein zur Förderung des internationalen Wissensaustauschs e.V.
    „Wasserstoff + Sauerstoff = Wertstoff“
  • Dr. Elmar Zorn – Kunsthistoriker & Kurator
    Dinge sammeln heißt Werte sammeln
  • Prof. Dr. Wolf Dieter Enkelmann – Philosoph, Institut f. Wirtschaftsgestaltung
    Müll
  • Helmut Schmidt – 2. Werkleiter, AWM
    Wertstoff-Recycling
  • Ingrid Mackensen – Japanologin, LMU
    Zu den „Dingen“ in Japan – mono und koto

Vorträge – Vitae und Kurzinhalte

Beratung: A. Zeiselmair, Dr. C. Rapp, Dr. E. Zorn

www.heinsdorff.de

Markus Heinsdorff setzt sich als Installationskünstler mit Themen wie Umwelt, Soziales, Architektur und Natur auseinander. Es entstanden dabei Bauprojekte aller Art: von Bauten für Indigene im Regenwald Ecuadors über das Deutsch-Chinesische Haus aus Bambus auf der Expo Shanghai 2010 bis hin zu 40 Pavillonbauten, die als künstlerische Intervention zum Thema Stadtentwicklung durch 10 Megacities in Indien und China tourten. Als fotografische Arbeiten entstanden u.a. Portraitserien mit Erzählungen von Menschen einer 1,2 km langen Straße in Pune, Indien oder Portraits mit Texten von Anwohnern der Region Guarapiranga in São Paulo zum Thema Wasser oder die Videoreihe „Voices“ mit Teilnehmern aus aller Welt. Unter dem Titel „about water“ sind die Arbeiten aus Brasilien (2012) mit dem Bericht (SZ) zur aktuellen Wasserkatastrophe in São Paulo noch bis Ende August 2015 im Kallmann-Museum in Ismaning zu sehen.

in Kooperation mit:

AWM

Die Beteiligung des AWM an Kunstprojekten hat eine lange Tradition. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zur Abfallvermeidung und zur Wiederverwertung hat er u.a. bereits 1998 die Mehrweghäuser auf dem Marienhof und das Projekt Dream City 1999 unterstützt. Durch die Beteiligung an Kunstprojekten gelingt es dem AWM, Bevölkerungsgruppen anzusprechen, die sich für Abfalltrennung nur „peripher“ interessieren. Der AWM steht für zuverlässigen und nachhaltigen Entsorgungsservice für Münchner Siedlungsabfälle. Maximen sind nicht nur die pünktliche Entleerung der Restmüll-, Papier- und Biotonnen am Haus, sondern auch die langfristige Entsorgungssicherheit und hochwertige Abfallverwertung bei stabilen Gebühren.

H-Team

Im Mittelpunkt der sozialen Arbeit des gemeinnützigen Vereins H-TEAM e.V. stehen seit 25 Jahren Menschen, die meist aufgrund von körperlichen oder psychischen Erkrankungen in desorganisierten und verwahrlosten Wohnverhältnissen leben und deshalb oft kurz vor Verlust ihres Zuhauses durch Räumungsklage stehen. Da das übermäßige Sammeln im Wohnraum zu vielen Problemen führte, hat das H-TEAM einige der Protagonisten des „wertstoff“ Projekts bei der Entsorgung und dem maß- vollen Sammeln unterstützt, um den Wohnraum zu erhalten.

und Unterstützung von:

Bürger Stiftung   Werkbund   Hypo Vereinsbank

Selbach Umwelt Stiftung  LHM Kulturreferat